Best of Digitalisierungs-Blog 2016 – Des Besuchers Top 3 Lieblingsbeiträge

Ganze 52 Beiträge haben wir 2016 auf unserem „Digi-Blog für Versicherungen“ (wie wir ihn liebevoll nennen) veröffentlicht. Jeden Donnerstag taufrisch und ganz authentisch mit jedem eigenen Tastendruck jedes Autors. Und darauf sind wir schon ein kleines bisschen stolz. Im letzten Monat gab es sogar über 6000 Aufrufe. #unglaublich #wundervoll #nochmal

Zum Jahresabschluss haben wir uns für ein Best-of Top 3 Ihrer Lieblingsbeiträge entschieden. Vielleicht auch, weil wir alle mal Urlaub benötigen oder? ;-) An dieser Stelle sei auch unseren Gastbloggern - sowohl externen wie Herrn Bader (Finanzvorstand der GVV-Versicherungen) als auch den internen Gastbloggern aus unterschiedlichen Themenbereichen der PPI AG - gedankt, die unsere Autoren super dynamisch unterstützt haben. #wirwollenmehr #werdenauchSiejetztGastblogger

Das Ranking der Top 3 basiert auf einem hochkomplexen Algorithmus, in den unter anderem Seitenaufrufe und Social Signals eingeflossen sind – das Ganze multipliziert mit der Annahme, dass die Digitalisierung auch nächstes Jahr noch anhält ;-) #füralleMatheFanatiker #fairistfair


Genug der vielen Worte, los gehts:

Platz 1: War of Talents - Der Kampf um Talente



In den martialischen „War of Talents“ waren die meisten Führungskräfte schon aktiv verwickelt. Wenn plötzlich der Bewerber wissen will, was man denn so zu bieten hätte. Die Fragen „Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?“ oder „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ kommen immer häufiger von der anderen Seite. Heute sehen sich Arbeitgeber sehr selbstbewussten Arbeitnehmern gegenüber, … (von Blogautor Robert Schnittger)



Platz 2: Digitalisierung im Vertrieb (Teil 3)

(An)Forderungen an den Verkäufer im digitalen Zeitalter

Die Kundenanforderungen legen an Veränderung und Dynamik ständig zu. Das ist sicher richtig, ich denke aber nicht, dass die Kundenbedürfnisse jemals statisch oder vorhersehbar waren. Bisher gab es allerdings eine klare Strategie, diesen Bedürfnissen und Anforderungen zu begegnen: den Kundenbetreuer vor Ort. Informationsquelle und Verkäufer in einem, war er lange Zeit der einzige Zugang zum Kunden und damit für jedes Versicherungsunternehmen unentbehrlich. Heute eröffnet die Digitalisierung völlig neue Wege… (von Blogautor Gerrit Götze)


Platz 3: Eine Zeitenwende – Hat die Entdigitalisierung begonnen?




Die zunehmende Digitalisierung eines Unternehmens ist nicht nur positiv. Dem wird wohl jeder zustimmen, der sich schon mal inmitten einer Bestandsmigration wiedergefunden hat. Eine der schlimmsten Folgen der Digitalisierung für ein Unternehmen oder gar einen Staat ist aber die Cyberkriminalität. Bereits 2015 musste der deutsche Bundestag sein gesamtes Netzwerk erneuern lassen, nachdem Hackern dort… (von "Mal quergedacht"-Autor Ronny Kant und Blogautor Felix Fiedler)


In diesem Zusammenhang möchte ich auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen darauf hinweisen, dass wir uns im neuen Jahr verstärkt mit dem Thema Cyber Security beschäftigen werden, denn die zunehmende Digitalisierung bietet Cyberangreifern fast täglich neue Angriffspunkte.
Zunächst aber wünschen mein Digi-Team und ich Ihnen einen guten und sicheren Rutsch ins neue Jahr. Wir starten am 05.01. mit dem ersten Post des Jahres 2017.

Herzliche Grüße
Hannah




Digital MindBolt 2016

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und Weihnachten steht vor der Tür. Wir haben dieses Jahr wieder viel erlebt - Ereignisse und neue Erfahrungen haben unseren Horizont erweitert. Aus der Fiktion der Digitalisierung ist, zumindest in kleinen Teilen, erlebbare Realität geworden. Auf dieser Basis haben wir (Robert und Gerrit) unsere Köpfe zusammengesteckt und versucht, eine aktuelle Antwort auf drei Kernfragen zu formulieren.


Durch die Nutzung welcher wesentlichen Chancen können Versicherer von der Digitalisierung profitieren?

1) Digitalisierung als Treiber grundlegender organisatorischer Veränderungen
Die meisten Strukturen, auf die wir heute in Versicherungskonzernen treffen, haben sich über viele Jahrzehnte bewährt. Das Bewährte setzt den Maßstab für das Neue, oft aber leider auch den Gegenpol für notwendige Veränderungen und Basisinnovationen. Der Druck für grundlegende Veränderung muss groß genug sein, um Wirkung entfalten zu können - durch die gesamte Digitalisierung ist dieser Druck definitiv gegeben.

2) Startups als Innovationstreiber und Wegbereiter
Eine schier unglaubliche Masse an InsurTechs und "freien" Startups bringt die Versicherungsbranche in Bewegung. Nicht alles ist komplett neu oder innovativ, vieles ist aber anders und vor allem kreativ gelöst.
Wir sind uns sicher, dass die wenigsten dieser Startups durchhalten und auf Dauer am Markt überleben werden. Dennoch haben sie einen positiven Effekt auf die gesamte Branche: sie bauen durch neue sowie kreative Denkweisen und Modelle Druck auf und helfen so den Unternehmen dabei, außerhalb der 9 Punkte zu denken, wodurch Innovationen geschaffen werden können.

3) Digitalisierung als Kulturwandel
Nicht nur Prozesse und Strukturen sind im Wandel, auch Corporate Culture als messbarer und emotionaler Unternehmenswert wird immer wichtiger.
In der Vergangenheit und auch heute noch gelten Versicherungen eher als konservativ – die jüngere Generation sucht jedoch nach modernen Arbeitgebern mit entsprechender Unternehmenskultur. Wenn Versicherungen es schaffen, im Zuge der Digitalisierung auch den kulturellen Wandel mitzunehmen, werden sie zukünftig als Arbeitgeber attraktiver wahrgenommen werden.


Verborgene Risiken der Digitalisierung: Worauf sollten Versicherer verschärft achten?


1) Undurchlässige Strukturen
Scheinbar unüberwindbare Mauern und das Beharren auf alte Denkmuster stellen insbesondere in großen Strukturen die Stolpersteine dar. Dies hat schon in anderen Branchen zu bösen Überraschungen geführt, wenn die Unterstützung aus der obersten Führungsebene fehlte.

2) Oberflächliche Umsetzung
Reine Effizienz-Innovation und Digitalisierungsfassade ohne Fundament führt zu schönen Bildern, ist aber leider nicht nachhaltig. Denn ohne digitale Strategie wird lediglich alter Wein in neuen Schläuchen verkauft. Um die Digitalisierung nachhaltig im Unternehmen integrieren zu können, muss eine Strategie entwickelt und umgesetzt werden.
Digitalisierung ist eben kein hübsches Bild, sondern eine Einstellungsfrage!

3) Fehlendes Changemanagement
Veränderung geht immer einher mit den Menschen, der Organisation und der Führungskultur. Deshalb müssen die Mitarbeiter in den Veränderungsprozess einbezogen werden, um sie mit zu erleben, zu akzeptieren und schlussendlich zu adaptieren. Ohne aktive Steuerung und Begleitung der Veränderung ist ein nachhaltiger Erfolg mehr als fraglich. Das Thema Veränderungsmanagement sollte definitiv Beachtung finden.

Die für uns persönlich faszinierendsten Entwicklungen und Trends?
Sensorik und Cyber-physische Systeme im Zusammenspiel mit Big Data sind unserer Meinung nach die stärksten und spannendsten Entwicklungen der Digitalisierung. Allerdings auch die mit den größten Herausforderungen.
Denn jeder noch so moderne Konsument wird in naher oder etwas fernerer Zukunft das Bedürfnis haben, dass mit seinen Daten ausschließlich in seinem Interesse gehandelt wird. Das Thema Datenschutz wird dabei eine immer größere Rolle spielen.

Zusätzlich zum Versuch, die vorangegangenen drei Kernfragen ausführlich zu beantworten, wurden wir mit 5 Aussagen zur Digitalisierung konfrontiert. Was wir darüber denken?

Digitalisierung in den Versicherungsunternehmen ...
  • … ist Fluch und Segen zugleich.
    Wir sehen in der Digitalisierung eher einen Segen als einen Fluch für die Versicherungsbranche, auch wenn durch die vorhandenen Strukturen für die Veränderung ein hartes Stück Arbeit auf die Unternehmen zukommt.
  • … erzeugt wieder stärkeren Bedarf nach Strategieentwicklung.
    Diese Aussage ist schwierig zu bewerten, denn Strategie wird immer schnell gefordert. Leider wissen aber die wenigsten wirklich, wie eine gute Strategie aussieht und was sie ausmacht, geschweige denn, wie diese in Geschäftsmodell, Zielen und Betrieb umzusetzen ist.
  • … ist viel Bestandsrenovierung aber (noch) wenig Innovation.
    Dies ist richtig und notwendig, auch wenn es nicht ausschließlich hintereinander stattfinden muss. Fakt ist aber, dass es ohne Fundament zur Ausführung schwer wird, weitere Veränderungen umzusetzen.
  • … wird durch Regulatorik ausgebremst (CoC, IDD, Solvency).
    Das ist in der Tat ein Dilemma unserer Gesellschaft. Denn eigentlich wünschen wir uns doch alle weniger Komplexität in unserem Leben. Leider ist es aber der Einzelne, der das System umgeht und damit unsere Regulierung in Gang setzt. Regulatorik und Innovation scheinen in diesem Zusammenspiel für viele fast unmöglich – ohne Regulierung funktioniert es aber auch nicht.
  • … erfordert mehr denn neue Organisations- und Führungsmodelle.
    Ob direkt neue Organisationsformen notwendig sind, mögen wir nicht beurteilen. Was aber feststeht ist, dass eine neue Führungskultur sicher ein entscheidender Faktor für die Zukunft sein wird.

Mit diesen Gedanken wollen wir Sie ins Jahresende entlassen und wünschen Ihnen frohe Feiertage
Robert Schnittger und Gerrit Götze

#Digitalisierung #Versicherungen #Chancen #Risiken #Trends

Interview mit dem Finanzvorstand der GVV-Versicherungen zum Thema Digitalisierung

Digitalisierung ist ebenfalls ein relevantes Thema bei den GVV-Versicherungen, wie bereits im Preview vom 01.12.2016 angekündigt, folgt nun das Exklusivinterview mit Herrn Bader dem Finanzvorstand der GVV.


PPI AG: Sehr geehrter Herr Bader, Sie sind seit dem 1. Juli 2016 neuer Finanzvorstand der GVV-Kommunalversicherung VVaG. Wie bewerten Sie generell das Thema Digitalisierung im Versicherungswesen?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Das Thema Digitalisierung hat eine hohe strategische Bedeutung für die Versicherungswirtschaft insgesamt und daher ebenso für die GVV.  Hierbei umfasst der Begriff der Digitalisierung aus meiner Sicht mindestens zwei  Dimensionen:
Zum einen beschreibt sie das  Ziel, eine hohe Effizienz und Effektivität in den betrieblichen Abläufen über Prozessoptimierung und  Automatisierung zu erreichen. Diese Seite der Digitalisierung steht in der Versicherungswirtschaft seit längerem im Fokus. Zum anderen bedeutet Digitalisierung eine tiefgreifende Veränderung bisheriger Geschäftsmodelle in Folge technologischer Entwicklungen mit deutlich verändertem Kundenverhalten und Kundenerwartungen. Sie hat Auswirkungen auf den Wettbewerb, die Kommunikation mit den Kunden, die Produkte und die Gestaltung innerbetrieblicher Prozesse. Insurtechs haben in diesem Bereich zu einem Innovationsschub beigetragen. Hier stehen wir eher noch am Anfang der Entwicklung.

PPI AG: Wie haben Sie die GVV hinsichtlich ihrer bisherigen Digitalisierungsstrategie wahrgenommen?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Bisheriger Schwerpunkt bei der GVV war die eben beschriebene erste Dimension, das heißt die Optimierung  von Prozessen und der Abbau manueller Schnittstellen. Wir werden weiter an diesem Thema arbeiten, da wir noch Optimierungspotenzial, etwa im Hinblick auf stärkere Standardisierung und Nutzung neuer Technologien sehen. Beispiele sind die Optimierung von Kundenschnittstellen,  der Ausbau der Dunkelverarbeitung  und ein  stärkerer Einsatz  standardisierter  Softwarelösungen. Mit der Entwicklung einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie haben wir begonnen, stehen jedoch wie andere noch am Beginn unserer Reise.

PPI AG: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung, die die Digitalisierung mit sich bringt?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Ganz wesentlich aus meiner Sicht sind ein klares Zielbild und eine konsequente Abstimmung der Digitalisierungsstrategie mit der Geschäftsstrategie. Da die Investitionskosten hoch sind, gilt es zwischen dem technisch Möglichen und dem wirtschaftlich Sinnvollen abzuwägen: Man muss nicht jedem Trend und jeder Idee folgen. Wesentliche Herausforderung ist ohne Zweifel das Change-Management. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es enorm wichtig, Bewusstsein für  Veränderungsnotwendigkeiten zu schaffen, um die Mitarbeiter zu erreichen und ihr Engagement zu gewinnen.

PPI AG: Gibt es Ihrer Meinung nach Besonderheiten bei einer Kommunalversicherung? Wie sehen Sie hier die Entwicklung?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Die Versicherung von Kommunen ist ein komplexes Produkt, das ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden und damit Kundennähe und eine ausgewiesene Expertise erfordert. Diese bringen wir als Spezialversicherer in besonderer Weise mit und sind entsprechend gut positioniert. Dennoch müssen wir uns für zukünftige Herausforderungen rüsten. Dazu zählen die Weiterentwicklung unserer Produkte und effektive, neue Technologien für Kommunikation, Produktentwicklung etc., um auch in Zukunft preisgünstige und passgenaue Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können.

PPI AG: Gibt es Besonderheiten bei der GVV hinsichtlich Kundengewinnung, Marketing? Ist Social-Media ein wichtiges Thema?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Das Kommunalgeschäft ist wie beschrieben speziell, die Risiken sind komplex und es ist entsprechendes Know-how  erforderlich. Daher existiert eine starke direkte und persönliche Verbindung zu den Kunden. Vor diesem Hintergrund hat die digitale Kommunikation in der Vergangenheit eine eingeschränkte Rolle gespielt.  Im Privatkundengeschäft gibt es seit längerem eine andere Entwicklung. Hier haben sich Direktversicherer mit Online-Vertrieb einen stabilen Marktanteil gesichert. Der Austausch mit dem Kunden findet zunehmend  auch über soziale Kanäle statt. Die Bedeutung von Social Media hat durchaus zugenommen, auch wenn man die Bedeutung heute nicht überbewerten sollte.


PPI AG: Wie beurteilen Sie für die Zukunft das Risiko von Cyber-Attacken? Sind Sie dort Ihrer Meinung nach schon gut aufgestellt oder gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): IT-Sicherheit ist ohne Zweifel ein wesentliches Thema und Cyber-Risiken haben deutlich an Bedeutung gewonnen und werden vermutlich auch in Zukunft zunehmen. Gerade als Versicherer sind wir verpflichtet, diesem Risiko zum Schutz der Kundeninformationen entgegenzuwirken. Auch wenn wir als GVV überzeugt sind, gut aufgestellt zu sein, werden wir weitere Investitionen vornehmen und unsere Systeme regelmäßig testen.

PPI AG: Wir haben eine adaptive Roadmap als Erfolgsfaktor mit dem Umgang der Digitalisierung erstellt, indem verschiedene Themenbereiche in zeitliche Relevanz (Status quo, in Planung, in ferner Zukunft) untergliedert werden. In ferner Zukunft wird das Thema Big Data/BI auf Versicherungen zukommen. Machen Sie sich heute schon Gedanken in diese Richtung? Oder was ist für Sie aktuell am notwendigsten?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Big Data ist ein wichtiges Thema für die Versicherungswirtschaft generell. Auch wenn es sich heute noch eher in der Entwicklung befindet, werden bereits erste Strategien entwickelt und Projekte umgesetzt, die wir aufmerksam verfolgen. Beispiele sind die Unterstützung des Underwritings und des Schadenmanagements.

PPI AG: Schon heute sind Apps ein wichtiges Marketing-, Kundenbindungs- und Absatzmedium bei vielen Unternehmen. Die GVV hat noch keine eigene App. Ist die Idee, eine App von der GVV auf den Markt zu bringen, präsent oder nehmen Sie davon Abstand und wenn ja, wieso?

Herr Bader (GVV-Versicherungen): Es ist richtig, dass die GVV derzeit noch keine App nutzt. Im kommunalen Bereich steht bisher, wie bereits skizziert, der persönliche Kundenkontakt im  Vordergrund. Wir verfügen jedoch seit längerem über eine digitale Kundenschnittstelle, über die  Kundenanfragen, Schadenmeldungen  etc. übermittelt werden. Inwiefern Apps in unserem Geschäft zukünftig eine nützliche Rolle spielen können, analysieren wir derzeit.

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei Herrn Bader bedanken,  dass er sich die Zeit genommen hat, die Innensicht der GVV auf das Thema Digitalisierung darzustellen.

Beste Grüße
Jonas Schwade



Jonas Schwade ist Diplom-Kaufmann und arbeitet bei PPI als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Kommunalversicherungen sowie in allen gesundheitlich relevanten Fragen rund um das Thema Versicherung.



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Einfach mal auf das „Schwarze Pferd“ setzen – Projekte in der Digitalisierung richtig initiieren

Der Begriff der Digitalisierung befindet sich im Wandel – stand er vor wenigen Monaten noch für die neue Kultur „Immer, Überall, Digital“, entwickelt sich die Digitalisierung mehr und mehr zu einem Schreckgespenst für die deutsche Versicherungsbranche. Viele Versicherer stehen vor der Herausforderung, neben dem umfangreichen Bestandsgeschäft und dem größer werdenden Kostendruck neue und innovative Ideen voranzutreiben und umzusetzen. Wie soll das eigentlich gehen?

Meine Antwort ist: Einfach mal auf das „Schwarze Pferd“ setzen. Das „Schwarze Pferd“ oder das „Black Horse“ ist ein Begriff aus dem Design-Thinking-Prozess und steht im Allgemeinen für eine unrealistische Lösung. Typischerweise werden im Rahmen einer Projektinitiierung realistische Lösungsmöglichkeiten für die Weiterentwicklung von Fach- und IT-Systemen skizziert. Auf dieser Basis werden Business Cases erstellt und Projektanträge geschrieben. Immer häufiger erlebe ich aber, dass die Mitarbeiter bereits vor Projektstart wissen, dass das Projekt die eigentlichen Probleme gar nicht löst, sondern nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein ist“.

Ich bin der Meinung, dass vor der Projektinitiierung viel stärker auf das eigentliche Problem aus Kundeneinsicht eingegangen werden muss. Was hilft beispielsweise die Einführung eines vollautomatisierten Callcenters, wenn die Kunden viele Fragen haben? Ein vollautomatisiertes Callcenter reduziert zwar die Kosten des Versicherers, aber löst es wirklich das Problem? Könnte das Problem nicht auch sein, dass der Kunde die Produkte nicht richtig versteht und verunsichert ist? Könnte die Lösung dementsprechend nicht sein, Produkte einfacher zu präsentieren und die Vertragsbedingungen einfacher und transparenter zu gestalten? In diesem Fall könnte ein Versicherer die eigenen Kunden befähigen, die notwendigen Informationen selbst zu finden und nur im Callcenter anzurufen, wenn sie wirklich sehr spezielle Fragen haben. Dies würde neben einer Kostenreduktion auch zu einer höheren Kundenzufriedenheit führen.

Mit dem Ansatz des „Black Horse“ aus dem Design Thinking werden genau solche Lösungen in Betracht gezogen, auch wenn sie nicht direkt auf der Hand liegen oder gar nicht als Lösungsmöglichkeit in Betracht gezogen werden würden. Oftmals werden solche neuartigen Ideen und Vorschläge kontrovers innerhalb der Organisation diskutiert. Aber ganz ehrlich, was kann denn passieren? Mit Hilfe von sogenannten Reframing-Techniken können Lösungen erarbeitet werden, die weniger offensichtlich sind und somit auch ein höheres Konfliktpotenzial besitzen. Doch gerade diese Spannungen helfen dabei, neue Perspektiven einzunehmen und zusätzlich Lösungsansätze vor der Projektinitiierung zu testen.
Die Lösungsansätze können beispielsweise kostengünstig als Papierprototyp erstellt werden. Und wenn SIE einen wirklich neuen und innovativen Lösungsansatz generieren und zur Projektreife führen – so habe ich es schon mehrfach erlebt – werden SIE als eine Schlüsselressource für das Thema Digitalisierung wahrgenommen. Es gilt also: An die Arbeit! Helfen Sie Ihrem Unternehmen in der Digitalisierung auf Kurs zu bleiben!

Ihr Julian Schmidt

#Digitalisierung #Versicherungen #Design-Thinking #Black Horse #Schwarzes Pferd #Design-Thinking-Prozess #Reframing-Techniken

Preview: Interview mit dem Finanzvorstand der GVV-Versicherungen zum Thema Digitalisierung

In vielen vorangegangenen Blogbeiträgen wurde über den zunehmenden Digitalisierungsdruck auf die Versicherungswirtschaft berichtet. Doch was denken eigentlich die Versicherungsunternehmen selbst über dieses Thema?

Sehen sie es auch als ein Handlungsfeld, das zukünftig immer wichtiger wird? Oder gehen sie die Sache eher entspannt an, getreu nach dem Motto: „Abwarten und Tee trinken“?

Um diese „Innensicht“ kennenzulernen, konnten wir den Finanzvorstand der GVV-Versicherungen für ein Interview gewinnen. Da die GVV insbesondere auf die kommunalen Risiken spezialisiert ist, ist insbesondere von Interesse, welche Bedeutung die Digitalisierung  auf ihr Geschäftsfeld hat, da sie sich als Kommunalversicherung in ihrer Geschäftsausrichtung von anderen Versicherungen unterscheidet.

In diesem Blogbeitrag stellen wir Herrn Bader, Finanzvorstand der GVV-Versicherungen, kurz vor.

Herr Bader studierte Volks- und Betriebswirtschaft an den Universitäten von Köln und Bonn. Seine berufliche Karriere startete er bei der Gen Re, für die er in verschiedenen Managementfunktionen und langjährig als CFO tätig war, bevor er in die Unternehmensberatung Baker Tilly Roelfs eintrat. Seit Juli 2016 ist er Finanzvorstand der GVV-Versicherungen. Wir freuen uns, dass Herr Bader seine Erfahrungen und Perspektiven im Versicherungsbereich mit uns teilt.

Aber wer ist eigentlich die GVV und was sind die Besonderheiten?

Die GVV-Versicherungen bestehen aus der GVV-Kommunalversicherung VVaG und der GVV-Privatversicherung AG. GVV-Kommunal versichert insbesondere Kommunen, kommunale Unternehmen und Sparkassen, während GVV-Privat das Privatkundengeschäft betreibt. Hauptsitz des Unternehmens mit rund 330 Mitarbeitern ist Köln. Das Prämienvolumen betrug in 2015 rd. 210 Mio. EUR, wovon rd. 160 Mio. EUR auf GVV-Kommunal und rd. 50 Mio. EUR auf GVV-Privat entfielen.

GVV-Kommunal zählt derzeit rd. 7.100 Mitglieder (Städte und Gemeinden, Ämter, Landkreise, Sparkassen und sonstige rechtlich selbstständige kommunale Einrichtungen). Die Besonderheit von GVV-Kommunal ist, dass das Unternehmen als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit eine sehr enge Bindung und Geschäftsbeziehung zu seinen Kunden hat. Die Versicherungsnehmer sind zugleich Mitglieder mit Sitz und Stimme in der Mitgliederversammlung und haben damit Einfluss auf Zielsetzungen und die Entwicklung des Unternehmens. Auf dieser Basis hat die Gesellschaft ein tiefes Verständnis für den speziellen Versicherungsbedarf entwickelt, das sie in die Lage versetzt, individuelle, passgenaue Lösungen für ihre Kunden anzubieten.

Die GVV-Privat versichert bundesweit Privatkunden in allen Zweigen der Schaden/ Unfallversicherung mit Ausnahme der Rechtsschutzversicherung.

Wir freuen uns auf das Interview mit Herrn Bader. Lesen Sie den ersten Teil des Interviews zu "Digitalisierung bei der GVV" am 15.12.2016 exklusiv auf diesem Blog!


Beste Grüße und bis in 2 Wochen
Jonas Schwade


Jonas Schwade ist Diplom-Kaufmann und arbeitet bei PPI als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Kommunalversicherungen sowie in allen gesundheitlich relevanten Fragen rund um das Thema Versicherung.


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