Mal quergedacht: Emp-Art-Life – Watson kurz vor dem Burnout?! (Teil 3 - Dates by night)


Vorweg: Haben Sie nicht auch das Gefühl, Watson steht kurz vor dem Burnout?! Ganz ehrlich, bei unserem Besuch der Cebit in der IBM Welt und ergänzend in diversen veröffentlichten Berichten über „die“ künstliche Intelligenz schlechthin – Watson – stellten wir uns ernsthaft die Frage: Was soll er denn noch alles können? Er lernt: Sehen, Verstehen, Medizin, Cyberrisiken, Fremdsprachen usw. – Gut und schön, soll ja möglichst intelligent werden der Gute - aber Watson fehlt aus unserer Sicht eine ganz entscheidende Eigenschaft/Komponente – Empathie! An diesem Punkt kommt Ofelia ins Spiel! Ja ok, Alexa gibt es auch noch, nur fehlt ihr ebenfalls diese Eigenschaft. Sie klingt eben nur ziemlich verständnisvoll und charmant #alteBlenderin.

Ok, zurück zu Ofelia. Kurz zur Erinnerung: Ofelia ist unser fiktives Emp-Art-Life Managementsystem. Was das ist?! Unsere Definition:
Emp-Art-Life Managementsystem = (Künstliche Intelligenz + Big Data + Smart Home)*Empathie

In unseren letzten zwei Beiträgen zum Emp-Art-Life-Gedanken haben wir bereits beschrieben, wie Ofelia uns im Alltag helfen kann, insbesondere am Morgen und während der Mittagszeit – Was nun aussteht, ist der Abend bzw. die Nacht…

🌑Endlich mal wieder ein Abend zu zweit. Ruhe, romantische Stimmung mit gedämmtem Licht und ein leckeres Essen. Vielleicht Austern? Wer träumt nicht davon. Ofelia kümmert sich darum: Sie synchronisiert Ihre Kalender, organisiert die richtigen Lebensmittel und gibt der vollautomatischen Küchenmaschine die passenden Kochanweisungen. Dank vernetztem Zuhause auch kein Problem. Sie und Ihr Partner kommen nach Hause und finden alles vorbereitet für einen schönen Abend. Schnell ist klar: Ab hier kommen Sie auch ohne Ofelia zurecht 😏

Und Ofelia ist alleine – sie hat Gefühle und träumt auch von einem romantischen Abend zu zweit. Wer wäre hier eine bessere Partie als der kognitive Supercomputer Watson? Natürlich niemand. Die Liaison zwischen den beiden digitalen Assistenten geht schon eine Weile und hilft beiden: Ofelia kann endlich mal ihr Herz ausschütten, welches gefüllt ist mit den banalen Problemen der Menschen, und Watson hat endlich mal einen Go-Gegner auf Augenhöhe. Das ermöglicht beiden den nötigen Stressabbau.

ALARM! Ofelia wird jäh aus ihrem Abend gerissen, denn sowohl das Smart-Bed als auch die Smart-Watch melden Herzrasen…Die Notfall-Prozesskette wird automatisch eingeleitet. Zum Glück war es nur eine Meeresfrüchteallergie und Ofelias schnelles Reagieren hat rechtzeitig ärztliche Hilfe gebracht. Ofelia rettet wieder mal Leben und senkt Kosten im Gesundheitssystem. Austern gibt es jedenfalls nicht mehr 😀

Zugegeben: Das ist schon weit voraus gedacht respektive verrückt. Doch zählt man alle Fähigkeiten aktueller Roboter, Maschinen oder Softwareprogramme zusammen, stellt man schnell fest, Mensch und Maschine trennen nur noch Gefühle💓...

Viele herzliche Grüße
Hannah und Ronny

PS: @GoogleInc. - Ab jetzt können wir uns gerne auf einen Preis für unsere Emp-Art-Life Managementsystem Idee einigen 🙊

#Digitalisierung #Versicherungen #Watson #Ofelia #Alexa #SmartHome #Emp-Art-Life #LifeManagement


Hannah Victoria Groß ist Expertin für Online- und Social-Media-Marketing bei der PPI AG. Sie übernimmt die Moderatorenrolle dieses Blogs und liefert regelmäßig Impulse für das Label "Mal quergedacht". Nebenbei spürt sie auch Autoren zum gastbloggen auf ;-)

Ronny Kant ist Junior Sales Manager im Bereich Versicherungen und ist nebenbei ein sehr kreativer wie auch innovativer Schreiberling. Er interessiert sich für zukünftige Entwicklungstendenzen der Versicherungsbranche und die daraus resultierenden Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Vielleicht erfreut er uns auch in Zukunft mit weiteren Impulsen.

Telematik in der Kfz-Versicherung (Teil 2)

Lessons learned: Aus den Erkenntnissen des ersten Beitrages ergibt sich, dass es schwierig ist, Telematik-Tarife einzuführen und damit direkt positiv zum Geschäftsergebnis beizutragen. Dennoch ist es sinnvoll, in diese Technologie zu investieren, um wertvolle Kundendaten zu sammeln und den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Die folgenden Handlungsempfehlungen sorgen für den nötigen Erfolg im Projekt „Telematik“!

1. Einhaltung des Datenschutzes

Daten zu erheben und zu speichern sind kritische Punkte, die dem Thema Big Data zunächst entgegenstehen. Für die Datenerhebung müssen Sie die Grundsätze der Datenvermeidung und -sparsamkeit einhalten (vgl. § 3a BDSG). Nur die für die Tarifierung benötigten Daten sollten gespeichert werden. Für die Speicherung der Rohdaten sollte entsprechend der CoC-Regelungen eine maximale Dauer von sechs Monaten gelten. Außerdem müssen Sie die ab 2018 geltende EU-DSGVO einhalten und somit die Datenerhebung und Speicherung für den Kunden transparent gestalten. Möchten Sie die Daten für andere Zwecke als die Tarifierung verwenden, muss dies vertraglich mit den Kunden vereinbart werden.

2. Transparenz und verständliche Tarifierung

Für Ihre Kunden muss vor Abschluss des Telematik-Tarifes klar sein, welche Daten erhoben werden. Auch dies sollten Sie vertraglich direkt im Antrag festhalten, sodass später keine Unklarheiten entstehen. Idealerweise stellen Sie Ihren Kunden eine App zur Verfügung, in der die Daten eingesehen werden können. So bekommen Ihre Kunden ein direktes Feedback über ihre Fahrweise und die damit verbundenen Ersparnisse. Nur durch Transparenz kann sichergestellt werden, dass die Kunden die Telematik-Technik nutzen und durch sicherere Fahrweise weniger Schäden entstehen.

3. Telematik-Tarif muss sich rentieren

Die Einführung der neuen Technik ist kein Selbstzweck. Die Investitionen in die Infrastruktur, Mitarbeiterschulungen und IT sind hoch und müssen sich in absehbarer Zeit rentieren. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe! Zum einen können wertvolle Bestandskunden, die ohne Telematik-Angebot zur Konkurrenz wechseln würden, langfristig gebunden werden. Zum anderen können Sie Neukunden gewinnen, sodass lukrative Kundenverbindungen entstehen können.

4. Zusätzliche Serviceleistungen anbieten


Neben dem Argument einer günstigeren Prämie bei entsprechender Fahrweise sollten Sie Ihren Kunden zusätzliche Serviceleistungen anbieten. Dazu zählen beispielsweise Self-Services im Schadenfall, Schadenprävention (Analyse des Fahrstils), Informationsdienste (Kulturangebote, Parkplatzsuche), Sicherheitsdienste (Arzt-/Krankenhausfinder) und Community-Dienste (Vergleich mit Freunden). Durch dieses umfassende Angebot schaffen Sie Mehrwerte für die Kunden und setzen sich von der Konkurrenz ab.

5. Einbindung aller Mitarbeiter


Die Einführung des neuen Telematik-Tarifes betrifft fast alle Abteilungen Ihres Unternehmens: Von der Produktentwicklung über das Aktuariat bis zum Vertrieb sind viele Mitarbeiter beteiligt. Wichtig dabei ist, die Mitarbeiter frühzeitig einzubinden. Ihr Vertrieb beispielsweise ist täglich unmittelbar mit den Kunden in Kontakt und kennt daher deren Wünsche und Bedürfnisse. Auch die Schadenbearbeitung kann viele der Services in die eigenen Betriebsabläufe integrieren, sodass mehr Zeit für die Bearbeitung von komplizierten Schadenfällen bleibt. Achten Sie darauf, Ihre Kollegen von Anfang an einzubeziehen. Dann können Sie die Projektdauer und die Kosten verringern.

Bis zum nächsten Mal,
Maximilian Bohlen

#Digitalisierung #Versicherungen #Telematik #Kfz-Versicherung



Maximilian Bohlen ist Bachelor der Betriebswirtschaft und angehender Wirtschaftsinformatiker. Bei PPI arbeitet er als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Stärke ist die Beratung und Umsetzung an der Schnittstelle zwischen versicherungsfachlichen Anforderungen und modernen IT-Systemen

Cyber-Deckungsentscheidungen anhand von Fragebögen – ein Kommentar

Wie in unserem letzten Beitrag zum Thema Cyber angekündigt, beschäftigen wir uns heute mit den Fragebögen, die üblicherweise zur Einschätzung von Cyberrisiken verwendet werden.

Viele Versicherungsunternehmen können bei der Zeichnung einer Cyber-Police insbesondere für KMUs nur mit Hilfe der Fragebögen eine Risikoeinschätzung ermitteln. Darum haben wir die Fragebögen der größten deutschen Cyberversicherer auf Strukturen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert.

Der Fragebogen zur Cyber-Police hat für das Versicherungsunternehmen das Ziel, sowohl das maximale Risiko als auch die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls einzuschätzen zu können. Daneben werden meist noch Fragen zum Unternehmen und zum angestrebten Versicherungsschutz gestellt. Der Versicherer befindet sich hier in einer Zwickmühle: zum einen ist er an möglichst vielen Informationen zur Verbesserung der Risikoeinschätzung interessiert, zum anderen darf der Fragebogen für den Versicherungsnehmer nicht zu unübersichtlich werden. In der Praxis beinhalten die Fragebögen meist ungefähr 100 Fragen.

Die Höhe des gezeichneten Risikos steht im Vordergrund und wird mit einer großen Anzahl an Fragen bedacht. Zur Einschätzung werden hier insbesondere die vom Versicherungsnehmer verwalteten Daten abgefragt. Personenbezogene Daten wie Kreditkartendaten und medizinische Daten der Kunden des VN erhöhen das zu zeichnende Risiko erheblich und werden meist gesondert betrachtet. Weitere wesentliche Faktoren sind die Anzahl der Anwender, die Größe der IT-Infrastruktur und deren Aufbau. Auch das Outsourcing von IT-Dienstleistungen wird häufig betrachtet, da ein komplexeres Risikomanagement und eine mögliche Kumulbildung das Risiko negativ beeinflussen.

Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls wird in den Fragebögen meist nur nachrangig betrachtet. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn im Vergleich zur Risikohöhe sind diese Daten wesentlich schwieriger in einem Fragebogen zu erfassen. Wirkungsvolle Hilfsmittel bei der Einschätzung sind meist sehr kostspielig: neben IT-Audits bietet eine Zertifizierung nach ISO 27001 eine Möglichkeit zur Einschätzung der Risikosituation des Versicherungsnehmers. Beide Varianten rechnen sich im Falle von KMUs meist jedoch weder für das VU noch den VN. In den Fragebögen wird deshalb der Fokus auf die verschiedenen Sicherheits- und Notfallprozesse sowie die angewandten Sicherheitsmaßnahmen gelegt. Die Einschätzung erfolgt aus dem Eigenbild des Versicherungsnehmers.


Aus unserer Sicht stellen die Fragebögen zur Risikoeinschätzung bei KMUs ein grundsätzlich wirksames Mittel dar. Mit zunehmender Unternehmensgröße ist ein VU mit einem Fragebogen alleine jedoch nicht mehr in der Lage, eine adäquate Risikobewertung vorzunehmen. Dies deckt sich mit der im Zuge der GDV Cyber Security Konferenz dargestellten Musterbedingungen für das Zeichnen einer Cyber-Police. Diese Musterbedingungen zielen auf Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von maximal 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. € ab. Die Anzahl der Fragen orientiert sich am Umsatz der Unternehmen.

5-10 Fragen werden bei Unternehmen mit bis zu 2 Mio. € Umsatz angewandt, 25 Fragen bei Unternehmen mit 2-5 Mio. € Umsatz und bis zu 50 Fragen bei Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 10 Mio. €. Bei Unternehmen mit einem Umsatz von 10 - 50 Mio. € wird ein individuelles Underwriting empfohlen. Für einen Quickcheck bietet der VDS einen Fragebogen mit 39 Fragen an, der kostenlos durchgeführt werden kann. Es wird jedoch betont, dass die Ergebnisse der Fragebögen nach unten relativiert werden müssen, da die Beantwortung der Fragen auf Selbstauskunft der Unternehmen basiert.

Die Einschätzung der Systeme, Daten und Risikoprozesse des VN durch Fragebögen ist auch für größere Unternehmen ein relevantes Instrument. Die Sicherheitseinschätzung aus einer Außenperspektive erweitert den Informationsgehalt auf die Risikosituation und wird mit zunehmender Risikohöhe umso wichtiger. Bei großen Unternehmen kann der Fragebogen daher durch die Abfrage von Zertifikaten und der Durchführung eines IT-Audits ergänzt werden. Durch die hohen Kosten dieser Maßnahmen entsteht jedoch eine Lücke für kleine und mittelgroße Unternehmen, für die der Fragebogen nicht mehr angemessen ist, das Audit oder eine Zertifizierung jedoch noch zu teuer ist. Die Themengebiete adäquate Risikobewertung und zur Nachfrage passende Deckungskonzepte werden für das Wachstum und die Weiterentwicklung des Cyber-Versicherungsmarktes eine entscheidende Rolle spielen. Wir sind gespannt, welche Lösungen hier entwickelt werden.

Viele Grüße
Jonas Schwade und Felix Fiedler


 
Jonas Schwade ist Diplom-Kaufmann und arbeitet bei PPI als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Kommunalversicherungen sowie in allen gesundheitlich relevanten Fragen rund um das Thema Versicherung.

Felix Fiedler wird diesen Blog ab sofort und regelmäßg mit Beiträgen rund um das Thema "Cyber" versorgen. Er ist Stammautor unseres Blogs und zeigt die Kehrseite und die Schwachstellen zunehmender Digitalisierung auf.

#Versicherungen #Cyber #Cyberrisiken #Cyberkriminalität#Fragebogen #Audits

Mal quergedacht: Emp-Art-Life - Teil 2: Bis(s) zur Mittagspause

In unserem ersten Part zum Thema Emp-Art-Life Managementsystem oder kurz zu Ofelia haben wir Ihnen die grundlegende Vorstellung eines menschlichen Alltags nach der ersten Digitalisierungswelle skizziert. Die heutigen "state of the art" wie Smart Home, Internet of Things, persönliche Assistenten und künstliche Intelligenz vereinen sich und werden um einen wichtigen Baustein ergänzt: Empathie. Sie ist es, die wirklich menschliche Unterstützung erst ermöglicht.

Nachdem wir beim letzten Mal den Start in den Tag beobachtet haben, betrachten wir nun die Mittagszeit und wollen auch die Versicherungen wieder ins Spiel bringen...

Sie sind bei der Arbeit angekommen und widmen sich voll und ganz den anstehenden Herausforderungen. Warum auch nicht? Ofelia hat zu Hause alles im Griff: Das selbstfahrende Auto kurz in die Waschstraße schicken (gute Wettervorhersagen) und gleichzeitig einen Termin beim TÜV organisieren. Parallel werden die Vorräte im Kühlschrank abgeglichen mit den implizit geäußerten Essenswünschen - keine Sorge, Ofelia kriegt doch mit, wenn sie im Auto bei McDonald‘s vorbeikommen und vor sich hin murmeln, dass ein Bürger auch mal wieder toll wäre... Es werden also die frischen Lebensmittel im Supermarkt geordert, kurz noch den Gasfüllstand im Grill prüfen und dem Start in die Grillsaison steht nichts im Weg - die Überraschung wird Ofelia wieder mal gelingen.

Das alles geschieht in nur 15 Minuten - was treibt Ofelia also noch so den ganzen Tag? Sie kennt Ihre Lebenslage, Ihre Ansichten und Risikobereitschaft. Was wäre also naheliegender als sich dem Risikomanagement Ihres Lebens zu widmen? Und das kann Ofelia: Risiken erkennen und für Sie bewerten, Sie unbewusst oder bewusst steuern, um Risiken zu minimieren und letztlich sich auch um Risikotransfer bemühen. Hierbei stellen sich mindestens zwei Fragen:

1. Was sind denn in diesem Leben der Zukunft die wichtigen Risiken?
2. Wie soll Ofelia da helfen?

Die erste Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Es wird Risiken geben, die sind kaum anders als heute: Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Berufsunfähigkeit zum Beispiel. Im Kern werden sich dennoch viele Punkte ändern, z. B. durch professionell gemanagte Work-Life-Balance, organisierte gesunde Ernährung etc. Ofelia versteht, dass wir Gewohnheitstiere sind und dass sich der innere Schweinehund selten mit einer einmaligen Hauruck-Aktion zum Neujahr überwinden lässt. Sie löst das durch ständige Begleitung und subtile, einfühlsame Anstöße.

Heute interessiert uns mehr die zweite Frage: Ofelia kann sehr gut überblicken, welche Risiken tatsächlich existieren. Und das viel besser als heutige Versicherungsberatungen. Sie kennt nicht nur Sie besser, sondern verfügt auch über das gesamte Wissen des Internets und spezielle Kenntnisse zum Risikomanagement. Herausforderungen, die nicht mehr in Eigenregie gelöst werden können und echten Versicherungsschutz benötigen, fragt das Emp-Art-Life Managementsystem bei den Versicherern selbstständig an, im Rahmen eines Bieterverfahrens - technische Grundlage hierfür könnte Blockchain sein - vergleicht die Angebote rational, schließt die Verträge und damit die Lücken in Ihrem Schutz. Das Gefühl der Sicherheit erzeugt dann Ofelia für den Versicherer, sodass dieser nur noch den Vertrag bereitstellen muss.

Eine völlig neue Versicherungssparte - wenn die Trennung dann überhaupt noch Sinn macht - sind die Cyber- & IT-Versicherungen im Privatkundenbereich. Ein Serverausfall von Ofelia wäre fast einem persönlichen Krankheitsfall gleichzusetzen. Hierfür bedarf es Lösungen, die über rein finanzielle Mittel hinausgehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Risikobewertung sich deutlich dynamischer gestalten wird als heute, sei es durch neue Cyberangriffsszenarien oder ganz banale Änderungen im Alltag. All das wird in viel kürzerer Zeit von Versicherungslösungen adaptiert werden müssen; nicht erst zur jährlichen Hauptfälligkeit, sondern womöglich taggleich. Dies erfordert ein komplettes Umdenken: weg vom standardisierten, gefahrenorientierten Versicherungsprodukt hin zur personenbezogenen, dynamischen Schutzlösung.

In der Mittagspause ist dann jedenfalls genügend Zeit, sich ein kurzes Update von Ofelia geben zu lassen, wie der aktuelle Risikoreport aussieht und anschließend mit einem entspannten Gefühl weiter arbeiten zu können. Belastende Fragen wie: Habe ich wirklich abgeschlossen? Ist der Herd aus? Habe ich den TÜV-Termin vergessen? sind dann wirklich fallabschließend delegiert und automatisiert.

In unserem nächsten und letzten Beitrag über Emp-Art-Life Management wollen wir noch die letzten Geheimnisse von Ofelia lüften: Wie unterstützt Ofelia uns abends und was zum T***el macht sie nachts?

Viele herzliche Grüße
Hannah und Ronny

PS: @GoogleInc. - Na was sagt ihr jetzt zu einem Emp-Art-Life Managementsystem?

#Digitalisierung #Versicherungen #SmartHome #Emp-Art-Life #LifeManagement


Ronny Kant ist Junior Sales Manager im Bereich Versicherungen und ist nebenbei ein sehr kreativer wie auch innovativer Schreiberling. Er interessiert sich für zukünftige Entwicklungstendenzen der Versicherungsbranche und die daraus resultierenden Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Vielleicht erfreut er uns auch in Zukunft mit weiteren Impulsen.


Hannah Victoria Groß ist Expertin für Online- und Social-Media-Marketing bei der PPI AG. Sie übernimmt die Moderatorenrolle dieses Blogs und liefert regelmäßig Impulse für das Label "Mal quergedacht". Nebenbei spürt sie auch Autoren zum gastbloggen auf ;-)

Telematik in der Kfz-Versicherung (Teil 1)


Die Geschäftsmodelle der Versicherer werden sich großen Veränderungen unterziehen müssen, so die einhellige Meinung der Autoren. Doch wie äußert sich die Digitalisierung in unserem täglichen Leben? Welche Herausforderungen müssen Sie in Ihren Unternehmen meistern? Diese zweiteilige Blogserie soll Ihnen einen Teil der Digitalisierung greifbarer machen. Es geht um den Einsatz der Telematik in der Kfz-Versicherung.

Die Grundzüge der Telematik
Was ist Telematik? Um das zu verstehen, gehe ich erstmal einen Schritt zurück: Der Trend zum Aufzeichnen von Daten nimmt stetig zu. Wir lassen unser Leben vermessen, z. B. durch Fitness-Armbänder, Kalorienzähler und Sonnenbrandwarnsysteme. Oft vergessen wir, dass diese Daten nicht nur für uns persönlich, sondern auch für Versicherungen interessant sind. Mit mehr Daten lassen sich nämlich genauere Risikokalkulationen vornehmen.

Diesem Trend folgen auch die deutschen Kfz-Versicherer und bedienen sich der neuen Technik. Der Begriff Telematik setzt sich dabei aus den Technologien Telekommunikation und Informatik zusammen. Darunter versteht man eine Technologie zur Erfassung, Übermittlung und Verarbeitung von Verkehrs- und Fahrzeugdaten. Anhand der Daten über das Fahrverhalten wird für den Kunden ein individueller Beitrag berechnet. Das folgende Bild erklärt die Funktionsweise der Technologie:
Bildquelle: CHECK24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte


Wie reagieren die Versicherer auf die neue Technologie?
Den ersten Telematik-Tarif in Deutschland hat die S-Direktversicherung, eine Versicherungstochter der Sparkassen, angeboten. Jedoch wurde das Pilotprojekt nach einem Jahr wieder eingestellt, da die Kosten für die Erhebung und Verwertung der Daten höher waren als die Ersparnisse für die Versicherer.

Auch die vier größten Kfz-Versicherer in Deutschland, die Allianz, HUK Coburg, AXA und VHV bieten inzwischen eigene Telematik-Tarife an. Im Fokus stehen dabei besonders junge Kunden, da diese von den hohen prozentualen Rabatten am meisten sparen können und die für die Unternehmen eine interessante Zielgruppe darstellen. Jedoch stellt sich auch hier die Frage, ob es einen tragfähigen Business Case gibt oder ob es noch andere Beweggründe für die Entwicklung eines Telematik-Angebotes gibt.

Warum bieten die Versicherer die Tarife überhaupt an?
Wozu treiben die Versicherer ohne tragfähigen Business Case teure Projekte voran? Der Hauptgrund dürfte - neben medialer Aufmerksamkeit - in den Daten liegen, die durch die neuen Tarife erhoben werden.

Durch die gesammelten Daten ist es nicht nur möglich, eine Prämie zu ermitteln. Es wird möglich, die eigenen Kunden kennenzulernen. So lassen sich wertvolle Rückschlüsse für Werbe- und Vertriebsaktivitäten ziehen. Außerdem kann ein Gegengewicht in Sachen Big Data zu Global Playern wie Google, Amazon oder Facebook gebildet und dadurch der deutsche Versicherungsstandort gestärkt werden.

Wieder was gelernt: Nun haben Sie ein Gefühl dafür bekommen, was die Digitalisierung in der Kfz-Versicherung bedeutet. Im zweiten Teil erhalten Sie konkrete Handlungsempfehlungen, wie Sie die Digitalisierung des Kfz-Geschäfts in Ihrem Unternehmen erfolgreich meistern können.

Bis zum nächsten Mal,
Maximilian Bohlen

#Digitalisierung #Versicherungen #Telematik #Kfz-Versicherung



Maximilian Bohlen ist Bachelor der Betriebswirtschaft und angehender Wirtschaftsinformatiker. Bei PPI arbeitet er als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Stärke ist die Beratung und Umsetzung an der Schnittstelle zwischen versicherungsfachlichen Anforderungen und modernen IT-Systemen

Mal quergedacht: Emp-Art-Life - Was war noch einmal Smart Home?! (Teil 1: Der Morgen danach)

"Was für eine Nacht. Es ist wieder spät geworden. Er schläft noch tief und fest. Schlafstufe1 - endet erst in 10 Minuten, obwohl der Wecker jetzt klingeln sollte. Na gut, gönnen wir ihm noch 11 Minuten – die A44 ist eh noch zu voll. Und dann habe ich noch ein paar Minuten, die Kaffeemaschine zu reinigen…"

Ein Traum: Wer sehnt sich nicht danach? Ein liebevoller und verständnisvoller Partner an seiner Seite.

Die Wahrheit: Es ist nicht Ihr Ehepartner, es ist Ofelia - Ihr Emp-Art-Life Managementsystem. Sie fragen sich jetzt, was das ist? So etwas wie Smart Home? Und wo zum T***el ist mein Ehepartner?!  Na gut, die letzte Frage können wir Ihnen leider nicht beantworten (#vermutlichwegdigitalisiert). Dafür wollen wir in diesem und zwei weiteren Beiträgen die ersten beiden Fragen beantworten.

06:09 Uhr – Ofelia das Emp-Art-Life Managementsystem hat bereits anhand des Schlaftrackers Ihrer Smartwatch erkannt, dass Sie eine durchaus „turbulente“ Nacht durchlebt haben und immer noch im Tiefschlaf sind. Ofelia erkennt die Diskrepanz zwischen den Weckeinstellungen des Smartphones (nerviger Alarmton um 06:10 Uhr) und Ihrem aktuellen Biorhythmus. Ofelia überprüft alle notwenigen Variablen, wie z.B. Ihren Kalender, die Kalender der Familienmitglieder, aktuelle Verkehrsmeldungen sowie Ihre morgendlichen Gewohnheiten und versucht Ihren Tag nach folgenden Gesichtspunkten zu optimieren:

•    Gesundheit
•    Qualitytime mit der Familie
•    berufliche Ambitionen
•    persönliche Ziele

Hierfür muss Ofelia nicht nur auf alle verfügbaren Devices und Programme im Haushalt zugreifen - das wäre ja nur Smart Home gepaart mit Alexa – sondern neben BigData-Auswertungen auch empathische Ableitungen treffen, selbst lernen und auf emotionaler Basis Entscheidungen treffen.

Für alle Formelfans – hier unsere Definition:
Emp-Art-Life Managementsystem = (Künstliche Intelligenz + Big Data + Smart Home)*Empathie

Darunter verstehen wir ein persönliches Assistenzsystem, das uns als Menschen kennt, schätzt, versteht und unterstützt. Ofelia geht natürlich noch über den morgendlichen Aufweckprozess hinaus und begleitet uns 24/7 und das 365 Tage/Jahr.

Ein durch Ofelia gemanagter Morgen sieht zukünftig wie folgt aus:
Sie stehen erst 06:20 Uhr auf, werden aufgrund Ihres aktuellen Befindens mit Mozarts Zauberflöte geweckt. Die gewonnenen 10 Minuten nutzt Ofelia, um ein koffeinhaltiges Heißgetränk vorzubereiten, nachdem der Vollautomat das Reinigungsprogramm beendet hat. Basierend auf dem Terminkalender (z. B. persönliche Einstellung gegenüber möglichen Meeting-Teilnehmern) und den Wettervorhersagen für heute, stellt Ihnen Ofelia eine Auswahl geeigneter Outfits zusammen. Es versteht sich von selbst, dass der vernetzte Kleiderschrank ihr die Informationen übermittelt, welche Kleidungsstücke derzeit verfügbar sind und welche sich im Reinigungsprozess befinden… So entspannt beginnt der Morgen nach vollständiger Digitalisierung.

Sie fragen sich jetzt vermutlich – was hat das alles mit Versicherungen zu tun?! Und wo stecken hier noch Versicherungsprodukte? Ganz ehrlich…. Das ist eine Frage, die wir keinem Versicherer abnehmen können oder wollen – was natürlich nicht ausschließt, den einen oder anderen Gedanken zu verlieren (siehe Fortsetzung am 16. April 2017 - Teil 2: Bis(s) zur Mittagspause).

Viele herzliche Grüße
Hannah und Ronny

PS: @GoogleInc. - Was sagt ihr zu einem Emp-Art-Life Managementsystem?

#Digitalisierung #Versicherungen #SmartHome #Emp-Art-Life #LifeManagement


Hannah Victoria Groß ist Expertin für Online- und Social-Media-Marketing bei der PPI AG. Sie übernimmt die Moderatorenrolle dieses Blogs und liefert regelmäßig Impulse für das Label "Mal quergedacht". Nebenbei spürt sie auch Autoren zum gastbloggen auf ;-)

Ronny Kant ist Junior Sales Manager im Bereich Versicherungen und ist nebenbei ein sehr kreativer wie auch innovativer Schreiberling. Er interessiert sich für zukünftige Entwicklungstendenzen der Versicherungsbranche und die daraus resultierenden Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Vielleicht erfreut er uns auch in Zukunft mit weiteren Impulsen.

Top Wirtschaftsrisiko Cyber: Und wo bleibt der Versicherungsschutz?

In unserem letzten Blogbeitrag Wirtschaftsrisiko Cyber und der Versicherungsauftrag sind wir auf die Gefahrenlage eingegangen, in der sich Unternehmen im Allgemeinen und im Besonderen KMU`s aufgrund von Cyberrisiken befinden. Nun wollen wir schauen, was der Markt aktuell als Schutz für die „Burgen“ anbietet und in welcher Art und Weise dieser Schutz angeboten wird.


Cyberschutz wird aktuell nur von wenigen Versicherern angeboten (<20 in Deutschland). Das erscheint zunächst marktgerecht, da nur 10 % der Cyberversicherungen in Anspruch genommen werden. Den Prognosen nach werden Cyberversicherungen in Zukunft vermehrt nachgefragt. Die Anzahl der Anbieter von Cyberversicherungen wird wachsen. Auch Makler entwickeln spezifische Lösungen und Beratungsangebote. Das Cyber-Prämienvolumen von aktuell 30 Millionen Euro (2016) in Deutschland soll bis 2021 auf 300 Millionen Euro steigen. Das Versicherungsgeschäft ist aus ökonomischer Sicht von Netzwerkeffekten geprägt. Für Versicherer scheint sich immer noch die Chance zu bieten, sich als „First mover“ zu platzieren.
Aber wieso bieten aktuell nur wenige Versicherer Cyber-Policen an? Und ist es überhaupt möglich, das komplexe Cyberrisiko adäquat zu bewerten, um Unternehmen einen optimalen Schutz zu bieten?




Starten wir bei der grundlegenden Frage, was eine Cyber-Police als Schutz aktuell beinhaltet. Hier können zwei Modelle unterschieden werden:
Bestehende Produkte (z. B. Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung) werden durch Cybergefahren ergänzt.
Eigens entwickelte Cyberversicherungsprodukte decken die Gefahren und Kosten.

Die Grafik zeigt, dass sich eine Stand-alone-Cyber-Police üblicherweise aus 2 Bausteinen zusammensetzt: Fremdschäden und Eigenschäden. Die Abdeckung dieser Schäden ist grundsätzlich für die Versicherer kein Problem. Die Haftungsstrecken werden jedoch meist noch  stark limitiert.
Der Grund für die starke Limitierung und die noch geringe Zahl von Versicherern, die aktuell Cyber-Policen anbieten, liegt in dem bisher verwendeten Kapazitäts-/Kostenansatz und  der damit verbundenen speziellen Bewertungsherausforderung: Eine kaum vorhandene Datenbasis (Schadendaten etc.) sowie mangelnde Erfahrung im Bereich IT-Security verhindern es, verlässliche Prognosen zu treffen.

Die Informationssammlung für eine Cyberdeckung erfolgt aktuell im Wesentlichen anhand von zwei Vorgehensweisen:
  1. Audits, durchgeführt von IT-Security-Spezialisten 
  2. Risikofragebögen
 
Die Risikofragebögen der Versicherer grenzen in der Regel das Business (Geschäftsfeld, Umsatz, Land, Datentypen etc.) stark ein. Weichen Unternehmen von diesem festgelegten Standard ab, fallen sie komplett aus dem einfachen Fragebogenmodell raus. Für sie werden mindestens Einzelfallprüfungen notwendig, bis hin zu kompletten Ausschlüssen. Insbesondere KMU`s stecken nun in einem Dilemma: Eine gründlichere, notwendige und somit aufwändigere Prüfung der IT-Security (Audits) steht derzeit für Kunden und Versicherer im Konflikt zu den bisherigen Prämien.
Das Angebot an Cyberdeckungen ist also grundsätzlich vorhanden. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass das Angebot zur Nachfrage passt.

Für Versicherer besteht die Herausforderung, durch passende Angebote in der Wachstumsphase eine notwendige kritische Masse zu erreichen. Der Erfolgsfaktor ist hierbei der Einsatz von effizienten und effektiven Verfahren zur Risikoerhebung und Risikobewertung.
Um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, beleuchten wir in unserem nächsten Blogbeitrag die Stärken und Schwächen der Risikoerhebung mit Hilfe von Risikofragebögen.

Viele Grüße
Jonas Schwade


 
Jonas Schwade ist Diplom-Kaufmann und arbeitet bei PPI als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Kommunalversicherungen sowie in allen gesundheitlich relevanten Fragen rund um das Thema Versicherung.

Künstliche Intelligenz mit Goldrand und Glitzer - Wenn Digitalisierung zum Selbstzweck wird!

Es ist sehr verwunderlich, dass die aktuellen Digitalisierungsstrategien vieler (Versicherungs-)Unternehmen ein breites Spektrum von langfristigen strategischen Zielen verfolgt, wie die Weiterentwicklung der Organisation hin zu einer agilen Projektorganisation, das Etablieren von Innovationszentren, Maßnahmen zur Förderung des selbstbestimmten Mitarbeiters, Evaluierung neuer Technologien bis hin zur Entwicklung neuer Geschäftsideen und Modelle.

Doch insbesondere bei der Operationalisierung der Strategie wird immer seltener die Frage nach dem Nutzen einzelner Maßnahmen für das Unternehmen gestellt.

Exemplarisch möchte ich dies am Thema künstliche Intelligenz beschreiben. 2017 scheint das Jahr der künstlichen Intelligenz zu werden. Kaum ein Unternehmen hat dieses Thema in 2017 nicht auf die Agenda gesetzt. Die glitzernden Anwendungsszenarien des IBM-Watson zum Beispiel können sich sehen lassen: Watson spielt Schach auf höchstem Niveau oder schneidet automatisch einen Filmtrailer zurecht. Genau an dieser Stelle wird der Innovationsgeist vieler Unternehmen geweckt – das probieren wir auch aus!

Das eigene Unternehmen hat in 2017 zwar das Thema Automatisierung des Massengeschäfts auf der Agenda, aber das könnte man mit intelligenten Werkzeugen ja auch realisieren! Und so werden schnell zwei oder drei Millionen für innovative Projekte ausgegeben, die an anderer Stelle besser investiert gewesen wären. Die Brisanz wird durch die aktuelle Studie des GDV unterstützt, in der alleine die IT-Digitalisierungsausgaben der Versicherer in 2016 bei 4,4 Milliarden Euro lagen und somit 3,8 % höher als 2015. Die Beitragseinnahmen dagegen sind nur um 0,6 % gestiegen.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Innovationskraft ist eine wichtige Komponente innerhalb der Digitalisierung. Und noch wichtiger ist es, neue Ideen auszuprobieren und Mehrwerte zu evaluieren – aber bitte im richtigen Maße!

Stellen Sie sich immer erst die Frage: Welche Projekte helfen, den langfristigen Gewinn meines Unternehmens positiv zu beeinflussen? Dabei können neben monetären Faktoren auch Kundenzufriedenheit, Markenstärke, Bekanntheit im Netzwerk etc. eine sehr wichtige Rolle spielen.

Nur eine Antwort gilt nicht mehr auf die Frage, warum eine Digitalisierungsmaßnahme wichtig für Ihr Unternehmen ist: „Die anderen Marktteilnehmer machen das auch alle!“ Ihr Unternehmen ist nicht „die anderen“! Ihr Unternehmen will sich an bestimmten Stellen vom Markt abheben – helfen Sie Ihrem Unternehmen also dabei, langfristig erfolgreich zu sein!

In diesem Sinne 
Ihr Julian Schmidt


#Versicherungen #Digitalisierung #KünstlicheIntelligenz #KI #Automatisierung #Massengeschäft

Ohne zentrale Produktkomponente wird es in der digitalen Zukunft von Versicherungen eng…

Mit Erschrecken habe ich beim Schreiben dieses Blogbeitrages gemerkt, dass der letzte Blogbeitrag zum Thema der einheitlichen Produktkomponente bereits mehr als drei Monate zurückliegt. Somit wird es zumindest aus meiner Sicht ;-) dringend Zeit, hier die nächsten Aspekte zur Anregung Ihres Gedankenspiels mitzuteilen.

Kurze Erinnerung: Im letzten Beitrag zu diesem Thema Ende Oktober war ich auf die große Bedeutung einer einheitlichen Produktkomponente (natürlich für alle Sparten des Versicherungsunternehmens) eingegangen.


Letzter Beitrag: Digitale DNA - POSS und die Bedeutung einer Produktkomponente
Neben Kunden- und Vertriebspartnerwissen ist auch in Zukunft das Wissen über die Produkte, Tarife und spezifischen Vereinbarungen mit bestimmten Vertriebspartnern oder für bestimme Vertriebskanäle von besonders hoher Bedeutung für die Versicherungs-IT-Landschaft.
Ich persönlich gehe zwar davon aus, dass die Bedeutung einzelner Details der Versicherungsprodukte häufig einmal überschätzt wird, da nur wenige Kunden die Bedeutung wirklich verstehen. Aber auch in den nächsten Jahrzehnten wird es nun einmal so sein, dass die wesentliche Einnahmequelle der Versicherungen die Beiträge für Versicherungsschutz sein werden.

Und somit ist es meine Vorstellung einer idealen Versicherungs-IT-Landschaft, dass das Produktwissen zentral gesammelt vorliegt und für alle Prozesse, in denen es benötigt wird, digital verwertbar zur Verfügung steht. Was heißt das? Ein Beispiel aus der heutigen Schadenrealität zeigt auf, dass eine elektronische Speicherung des Produktwissens noch nicht bedeutet, dass sie vollständig digital verwertbar ist. In vielen VU’s ist es üblich, dass manche tarifierungsrelevante individuelle Vereinbarungen eines Vertrages als eigene Tarifregel mit einem Freitext-Feld abgelegt werden. Damit ist die Information natürlich erst einmal elektronisch abgelegt. Aber Sie haben gegenüber der Ablage dieser Info in einer papiernen Vertragsakte praktisch nichts gewonnen. Wenn es ganz übel läuft, ist bei einem solchen Vertrag sogar jede Rechnungsschreibung manuell zu bearbeiten. Spätestens bei rückwirkenden Vertragsänderungen oder im Schadenfall sind manuelle Eingriffe bei solchen Verträgen unumgänglich.

Und das ist nur ein Beispiel aus der heutigen Praxis, das die Probleme aufzeigt, die ohne zentrales Wissen über die Produkte jeden Tag in der harten Realität von gewachsenen Versicherungs-Anwendungslandschaften entstehen.

Somit ist eine meiner zentralen Leitlinien für eine ideale Versicherungs-IT-Landschaft der Zukunft die Ausrichtung am Gedanken einer zentralen Produktkomponente, die alles Wissen über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes („Vom Marktlaunch bis zum Auslaufen der letzten Verträge“) und aller zugehörigen Versicherungsverträge („Vom ersten Antrag über die Policierung und den Schadenfall bis zur Stornierung des Vertrages“) zentral für alle anderen Komponenten der Landschaft verfügbar vorhält.

Dies umfasst zumindest:
  • Vertriebswissen
  • Vertragswissen
  • Schadenwissen
  • Provisionswissen
  • Stornierungswissen
Bevor sich jetzt jemand der Illusion hingibt, das Problem des hohen Anteils an manuellen Eingriffen in Antrags-, Vertrags- oder Schadenprozesse sei nur ein IT-Problem, der sei gewarnt: Das Thema ist nur mit einem gemeinsamen Schulterschluss von Fachbereichen und IT zu stemmen. Denn wirtschaftlich ist z. B. die digital verwertbare Abbildung aller Produktdetails - und damit eben auch derer, die der Kunde nicht als Differenzierungsmerkmal wahrnimmt -  oft nicht zu gewährleisten. Ohne eine sinnvolle Standardisierung mit Augenmaß wird es auch für Serviceversicherer nicht gehen…

Zum Schluss versuche ich noch zwei Fragen zu beantworten bzw. anzureißen, die Ihnen vielleicht gekommen sind:

  1. Und was hat das jetzt mit unserem Blog-Thema „Digitalisierung bei Versicherungen“ zu tun? Die Frage nach zentral verfügbarem Produktwissen ist sicher nicht erst in den letzten Jahren entstanden.  Aber mit den steigenden Anforderungen der Kunden und Vertriebspartner („einfach, schnell und transparent“) wird mit jedem Tag offensichtlicher, wie weit die IT-Landschaft eines Versicherungsunternehmens von dieser Idealvorstellung entfernt ist.
  2. Und wie setze ich eine solche zentrale Produktkomponente in der Praxis einer gewachsenen IT-Landschaft um? Hier vorweg: Eine Lösung auf Fingerschnipp gibt es nicht! Aber mit einem architekturseitigen Ansatz einer zentralen Produktkomponente auf der logischen Ebene und verteilter Umsetzung auf der physischen Ebene gibt es einen Ansatz, der sich immer mehr in der Praxis zu bewähren beginnt. Einiges hierzu in meinem nächsten Beitrag.
Eine schönen und erfolgreichen Tag wünscht

Ihr Tobias Kohl 

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Der Kunde kennt den Weg - Self-Service-Portale als Bestandteil digitaler Omnikanal-Ansätze

Machen wir es kurz: Der digitale Veränderungsdruck in der Versicherungsbranche ist kaum intrinsischer Natur. Er kommt von außen, letztlich aus völlig anderen Bereichen. Die Kundenkommunikation, das Einkaufsverhalten, die Erwartungshaltung an die Dienstleister, all das wird durch Firmen wie Google, Amazon & Co. proaktiv beeinflusst. Für den Kunden ist es dabei egal, ob er mit einem Versandhaus oder einer Versicherung interagiert – beides muss schnell, abschließend laufen und immer verfügbar sein.

Im besonderen Maße trifft das die Reiseversicherungen, sei es die Reiserücktritt-, die Auslandsreisekranken- oder die Gepäckversicherung. Wenn der Kunde ein Anliegen, vor allem einen Schaden hat, dann braucht er schnell Hilfe und kann sich nicht immer an die Öffnungszeiten seines Heimat-Versicherers halten. Um hier einen adäquaten Service zu gewährleisten, bedarf es vieler fleißiger Mitarbeiter oder anderer intelligenter Lösungen. Dies trifft in erhöhter Dringlichkeit auf Ferienzeiten zu, da die Personaldecke am dünnsten ist und die Schadenmeldungen sich häufen.

Eine intelligente Alternative haben wir jetzt gemeinsam mit der BD24 Berlin Direkt Versicherung AG entwickelt und gelauncht: ein Self-Service-Portal für Kunden. In der ersten Ausbaustufe deckt es die digitale Schadenmeldung ab. In den nächsten Stufen wird es zu einer umfassenden, fallabschließenden Dunkelverarbeitung dieses und weiterer Geschäftsvorfälle ausgebaut. Ziel ist es, durch schlanke, digitale Prozesse dem Kunden eine echte, fallabschließende Bearbeitung seiner Anfragen zu garantieren und diesen Service 24/7/365 in gleicher Qualität anzubieten. Dies spart Zeit und ermöglicht es, die Fachkräfte zielgerichtet auf komplexe Fälle zu fokussieren. „Mit der digitalen Schadenmeldung und dem kommenden Self-Service-Portal haben wir eine Kundenplattform geschaffen, die heutigen Kundenerfordernissen nach unabhängiger, selbstständiger und vernetzter Nutzung gerecht wird“, fasst Dr. Mirko Kühne, Direktionsbevollmächtigter der BD24, zusammen.

Doch wie funktioniert es nun?

Das Ausfüllen von Pflichtfeldern und die Plausibilitätstests im Portal führen zu einer schnelleren Abwicklung des gemeldeten Schadens. Auch das Hochladen von Dokumenten und Fotos ist nun auf der Website des Reiseversicherers möglich. Im Hintergrund validiert diese Anwendung die Daten und prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit. Mit dem Absenden der Schadenmeldung wird vollautomatisch ein Schadenfall angelegt. Der Kunde erhält eine Bestätigung per E-Mail. „Wir können sicher sein, dass nach Abschluss des Portal-Prozesses alle notwendigen Daten und Dokumente für eine erfolgreiche Schadenanlage vorliegen und der Schaden im Idealfall direkt bearbeitet werden kann“, sagt Stephanie Riesner von BD24, „Aufgrund der innovativen Prozesse bedeutet das für den Sachbearbeiter eine Zeitersparnis von rund 20 Prozent, welche am Ende auch dem Kunden zugutekommt.“

Vor Einführung der Online-Schadenmeldung mussten sich die Kunden auf der Website über passende PDF-Schadenformulare per Postweg, E-Mail oder Telefax beim Versicherer melden. Nach Eingang des Schadenformulars kontrollierte der Sachbearbeiter das Formular auf Vollständigkeit, legte einen Schadenfall an und forderte schließlich fehlende Informationen, Formulare und Belege an. Genau an dieser Stelle setzt die neue Online-Schadenmeldung an. Es verkürzt die Durchlaufzeiten bei der Schadenanlage und Prüfung des Schadensfalls, was im Ergebnis zu einem effizienten Schadenmanagement führt.

Der Kunde kann natürlich auch weiterhin Schäden und zukünftig andere Geschäftsvorfälle per Telefon, Post oder E-Mail melden – doch er hat die Wahl und rückt einmal mehr in den Mittelpunkt der Serviceleistung „Versicherung“. Und das bedeutet Digitalisierung: Prozesse für sowie auf den Kunden hin zuschneiden, optimieren und moderne Technik hierfür zielgerichtet einsetzen und nicht um seiner selbst willen. Vergesst das bitte nicht ... :-)



Beste Grüße
Ronny

Ronny Kant ist Junior Sales Manager im Bereich Versicherungen und ist nebenbei ein sehr kreativer wie auch innovativer Schreiberling. Er interessiert sich für zukünftige Entwicklungstendenzen der Versicherungsbranche und die daraus resultierenden Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Vielleicht erfreut er uns auch in Zukunft mit weiteren Impulsen.


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